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Vorgeschichte
Schon in der Mittleren Steinzeit (Mesolithikum) wurde die Seiser Alm von Menschen aufgesucht, in erster Linie waren es die guten Jagdgründe die diese anlockten. Auch in der Jüngeren Steinzeit und in der Kupferzeit scheint die Jagd noch eine bedeutende Rolle gespielt zu haben, wie es aus den zahlreichen Höhenfunden von Pfeilspitzen aus dem Grödner Raum, sowie vom Tschonstoan auf der Seiser Alm und vom Schlern-Roterdhang hervorgeht. Etwas weniger Gewicht scheint die Jagd in der Bronzezeit gehabt zu haben, immerhin liegen auch aus dieser Zeit einige Pfeilspitzen aus Silex und Bronze sowie Lanzenspitzen vor. Die Vielzahl von weiteren bronzezeitlichen Fundstellen im Dolomitengebiet (zum Beispiel Sellajoch) wird aber kaum nur aus dem Jagdbetrieb zu erklären sein, wahrscheinlich wurde schon ab der Mittleren und Späten Bronzezeit Hochweidenutzung betrieben.

Erst recht gilt dies für die Römerzeit. Beim Aushub der Fundamente des Eurotels auf der Seiser Alm war man auf eine Trockenmauer gestoßen, zwischen deren Steinen man angeblich fast ein halbes Kilo römische Münzen fand. Erst viel später konnten acht oder neun Münzen sichergestellt und untersucht werden. Unter diesen waren eine Münze des Tacitus, eine weitere des Maximianus Herculius, drei Münzen des Licinius I. und drei Münzen Konstantins des Großen. Eine Prägung des Constantinus I. konnte auf das Jahr 326 n.C. datiert werden. Diese römischen Münzfunde von der Seiser Alm könnten als Hinterlassenschaften antiker Hirten und Bauern zu deuten sein.

Mit einer regelrechten Almwirtschaft auf der Seiser Alm wird allerdings erst für das Hochmittelalter gerechnet, archäologische Zeugnisse dafür sind jedoch bisher nicht bekannt. In jener Zeit war die Jagd vorwiegend oder ausschließlich dem Adel vorbehalten. Als Belege für gelegentliche Jagdausflüge auf die Seiser Alm und auf den Schlern sind mehrere eiserne Geschossspitzen aus dem 12. bis 14. Jahrhundert (Pfeilspitzen, Armbrustbolzen) anzuführen.

Es können wenig stichhaltige Beweise über Bewohnung und Nutzung der Seiser Alm in der Neuzeit vorgebracht werden. Bei Reparaturen alter Heuhütten fand man Firstbalken mit Datierungen. Obwohl man annehmen kann, daß die Nutzung der Alm ohne Unterbrechung seit dem Mittelalter stattgefunden hat, datieren die ältesten dieser Funde um das 16. Jahrhundert. Um zu recherchieren müßte man auch die Klimawandlungen im letzten Jahrtausend (z.B. die kleine Eiszeit im 15. und 16. Jahrhundert) in Betracht ziehen, wonach eine mehr oder weniger dichte Bewaldung die Alm bedeckte.